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Gentechnikrecht: Lebensmittel und Kennzeichnung


EU-Kennzeichnung: Einfach kompliziert
Die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen ist seit dem Jahr 2003 europaweit verbindlich vorgeschrieben.

Demnach müssen Produkte bei mehr als 0,9 Prozent Gentechnikanteil (pro Bestandteil des Produktes) gekennzeichnet werden. Dies gilt jedoch nur, wenn es sich um so genannte „zufällige oder technisch unvermeidbare“ Anteile handelt, also um ungewollte Verunreinigungen. Unterhalb des Schwellenwertes ist keine Kennzeichnung erforderlich. Es gibt also keine Garantie für absolute Gentechnikfreiheit, auch wenn das Produkt nicht gekennzeichnet ist.

Laut EU-Recht sind folgende Arten von Produkten kennzeichnungspflichtig:
  • Das Lebensmittel ist selbst ein GVO: Dies betrifft vor allem unverarbeitete Produkte wie transgenen Mais, Tomaten oder Sojabohnen. 
  • Das Lebensmittel ist aus GVO hergestellt: Dies trifft z.B. für Öl aus Gen-Soja oder -Raps zu. Auch wenn die Gentechnikbestandteile nicht mehr nachweisbar sind, müssen die Produkte gekennzeichnet werden. 
  • Das Lebensmittel enthält GVO: Dies ist zum Beispiel bei Joghurt mit genmanipulierten Bakterien, Bier mit genmanipulierten Hefen der Fall.
Wegen der breiten Ablehnung durch Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es jedoch kaum gekennzeichnete Produkte in europäischen Lebensmittelgeschäften.

Tierische Produkte nicht kennzeichnungspflichtig
Eine große Lücke weist die EU-Verordnung in Bezug auf Milch, Milchprodukte, Fleisch oder Eier auf, wenn sie von Tieren stammen, die Gentechnikfutter erhalten haben. Solche Lebensmittel unterliegen derzeit nicht der Kennzeichnungspflicht. Konventionell gehaltene Nutztiere kommen vor allem durch importierte Futtermittel aus Soja oder Mais mit Gentechnik in Berührung. Obwohl laut Umfragen ein Großteil der Verbraucher die Fütterung von Tieren mit Gentechnik-Pflanzen ablehnt, gibt es in diesem Bereich weder Transparenz noch Wahlfreiheit.

Neben der Frage der Wahlfreiheit ist die Kennzeichnung tierischer Produkte auch aus einem anderen Grund erforderlich. Denn wissenschaftlich ist ungeklärt, ob die transgenen Futterbestandteile in den Organismus der Tiere übergehen. Wäre dies der Fall, müssten die entsprechenden Produkte gekennzeichnet werden. Während die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA bestreitet, dass transgene Konstrukte in Fleisch oder Milch von Nutztieren übergehen, legen neuere Forschungsergebnisse das Gegenteil nahe. So wurden im Jahr 2010 gentechnische Bestandteile in der Milch von Ziegen gefunden, die Gentechnikfutter erhalten hatten.

Deutschland: Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“
Im Jahr 2008 wurde in Deutschland eine Positiv-Kennzeichnung eingeführt. Konventionelle Lebensmittelhersteller können ihre Produkte seitdem mit dem Label „Ohne Gentechnik" bewerben, wenn die Tiere nicht mit Gentechnik-Pflanzen gefüttert und keine transgenen Futterzusatzstoffe verwendet werden. Diese Kennzeichnungsregelung hat allerdings undichte Stellen. So müssen Tiere nicht zwingend ihr ganzes Leben lang gentechnikfrei gefüttert werden. Stattdessen legt die Verordnung fest, wie lange Nutztiere gentechnikfreies Futter bekommen müssen, um als „gentechnikfrei“ zu gelten.
Die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung ist daher nicht mit Bio-Standards zu vergleichen. Im Ökolandbau gibt es in puncto Gentechnik keine Schlupflöcher.



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