Home | Sitemap | Impressum
Suche:
Zurück zur Startseite!

Aktuell: Europa in Sachen Agro-Gentechnik

Aktuell: Der lange Arm von Monsanto

Aktuell: Gentechnikanbau in den USA

Aktuell: Herbizidtolerante Pflanzen in den USA

10 Argumente fr eine gentechnikfreie Welt

kolandbau und Gentechnik

Grundlagen und Methoden

kologische Folgen

Wirtschaftliche Folgen

Gesundheitliche Risiken

Gentechnikrecht: Lebensmittel

Gentechnikrecht: Anbau



Grundlagen und Methoden


Per Schrotschuss ins Genom


In den vergangenen 8000 Jahren der landwirtschaftlichen Kulturgeschichte konnten ausschließlich gleiche oder sehr nah verwandte Pflanzenarten miteinander gekreuzt werden. Auf dieser Basis schufen Bäuerinnen und Bauern eine schier unüberschaubare Vielzahl neue Pflanzensorten und Nutzpflanzenarten. Schätzungen zufolge gab es zum Beispiel zu Beginn des 20. Jahrhunderts allein in Indien rund 50.000 verschiedene Reissorten.

Seit der Entwicklung gentechnischer Methoden zu Beginn der 1980er Jahre können auch artfremde Gene aus Bakterien, Tieren oder Menschen in Pflanzen eingebaut werden. Mit Züchtung im herkömmlichen Sinne hat die Pflanzen-Gentechnik nichts zu tun. Die Genkonstrukte müssen im Labor künstlich hergestellt und zu so genannten „Gen-Kassetten“ zusammen gebaut werden. Sie enthalten meist eine Vielzahl unterschiedlicher Gen-Abschnitte, zum Beispiel solche, die die Pflanzen dazu zwingen, das künstliche Gen anzunehmen. Auch die umstrittenen Antibiotika-Resistenzgene sind Teil dieser Gen-Kassetten. Auch im Gentechnikgesetz wird Gentechnik klar von allen üblichen Züchtungsmethoden unterschieden: Demnach werden GVO (gentechnisch veränderte Organismen) „in einer Weise verändert, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt.“

Methoden: Das Zufallsprinzip
Auch nach Jahrzehnten der Forschung gibt es nur zwei Methoden, um gentechnisch veränderte Pflanzen herzustellen:
  • Bei der Agrobacterium-Methode machen sich die Gentechniker die natürliche Fähigkeit eines Bakteriums zunutze, eigenes Erbgut in Pflanzenzellen einzubauen. Das Bakterium wird also als eine Art Taxi genutzt, um das im Labor hergestellte Konstrukt in die Pflanze einzuschleusen. 
  •  Mitte der 1980er Jahre wurde die Gen-Kanone entwickelt. Diese wird mit Metallpartikeln bestückt, auf die Tausende Kopien des synthetischen Genkonstrukts aufgestrichen werden. Per Schrotschuss-Verfahren werden die Metallpartikel auf Pflanzengewebe geschossen. Dabei hoffen die Gentechniker, dass die künstlichen Gene in die Erbinformation der Pflanze eingebaut wird.
Beide Methoden basieren auf dem Zufallsprinzip, da nicht vorhersehbar ist, an welcher Stelle im Pflanzengenom das künstliche Gen eingebaut wird.

Aus der Bahn geworfen
Das kann Folgen haben. So ist bekannt, dass es insbesondere bei Verwendung der Gen-Kanone vermehrt zu Schäden in der Erbinformation kommt und zu Veränderungen des eingebauten Fremdgens. Hier können Bruchstücke verloren gehen, aber auch unbekannte Erbinformation gebildet werden. Ein bekanntes Beispiel ist ausgerechnet die Gentechnik-Pflanze, die weltweit am häufigsten angebaut wird: Monsantos Gen-Soja, die gegen das firmeneigene Totalherbizid Roundup resistent gemacht wurde. Viele Jahre nach Beginn des großflächigen Anbaus fanden Wissenschaftler heraus, dass sich im Genom der transgenen Soja bislang unbekannte und nicht definierbare DNA-Stücke finden. Erforscht sind solche unerwünschten Effekte kaum.

Zudem besteht das Risiko, dass die die Funktion benachbarter Gene oder die übergeordnete Zusammenspiel der Gene gestört wird. Letztlich kann das wiederum Auswirkungen auf die Inhaltsstoffe der Gentechnik-Pflanzen oder deren Verhalten im Freiland haben. Geraten die Pflanzen unter Stress, kann ihr Stoffwechsel aus der Bahn geraten. Mögliche Folgen können unter anderem ein Anstieg giftiger Inhaltsstoffe, stärkerer Schädlingsbefall oder Ernteausfälle sein.

Schweizer Wissenschaftler staunten zum Beispiel nicht schlecht, als sie einen im zuvor völlig unauffälligen, pilzresistenten Gen-Weizen im Freiland anbauten: Während der Weizen im Gewächshaus normal wuchs und gegen Pilze resistent war, entgleiste der Stoffwechsel der Pflanzen im Freiland. Es bildete sich ein hoher Anteil von Mutterkorn, einer extrem giftigen Pilzkrankheit. Der Ertrag sank teils um rund 50 Prozent.

Auch bei der einzigen Gen-Pflanze, die bislang in Europa angebaut wurde, Monsantos ein Insektizid bildendem Mais MON810, wurden viele Jahre nach der Freigabe zum großflächigen Anbau ungewollte Effekte festgestellt. Zunächst fanden Forscher überraschend, dass Teile des ursprünglich eingebauten Gen-Konstruktes einfach verschwunden waren, und erst kürzlich kam ans Licht, dass die transgenen Pflanzen „unbekannte DNA“ enthalten und und verschiedene unbekannte Aminosäuren produzieren.
Auch der Gehalt einzelner Inhaltsstoffe von MON810-Mais unterscheidet sich deutlich von denen der Ursprungspflanzen. Während die Unterschiede bei 100 Stoffen offenbar auf natürliche Umwelteffekte zurückzuführen sind, blieb bei 49 anderen nur der gentechnische Eingriff selbst als Erklärung.



© Copyright 2017 RAPUNZEL NATURKOST. Wir machen Bio aus Liebe www.rapunzel.de Kontakt | Impressum | Datenschutz | Startseite | Seite drucken | made by ...