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10 Argumente für eine gentechnikfreie Welt

Ökolandbau und Gentechnik

Grundlagen und Methoden

Ökologische Folgen

Wirtschaftliche Folgen

Gesundheitliche Risiken

Gentechnikrecht: Lebensmittel

Gentechnikrecht: Anbau



Ökolandbau und Gentechnik


Ökolandbau - natürlich gentechnikfrei


Immer wieder wird von industrienahen Wissenschaftlern und Funktionären gefordert, transgene Pflanze auch im Bio-Anbau einzusetzen. So äußerte zum Beispiel Prof. Ludwig Winnacker, ehemaliger Generalsekretär des Europäischen Forschungsrats:
„Die Gentechnik wird zu einem unverzichtbaren Werkzeug für den ökologischen Landbau werden.“
Dabei macht ein genauer Blick auf Selbstverständnis und Arbeitsweise der Ökologischen Landwirtschaft schnell klar, dass Gentechnik und Ökolandbau unvereinbare Systeme sind.

Selbstregulation statt Fremdregulation
Grundlegend orientiert sich der Ökolandbau am Leitbild der Natürlichkeit. Das bedeutet nicht nur, auf Pestizide und Kunstdünger zu verzichten. Vor allem bedeutet es, ganzheitlich und in agrarökologischen Zusammenhängen zu denken.

Dabei werden zu allererst Möglichkeiten genutzt, die die Selbstregulation der Bioäcker und des gesamten Hoforganismus unterstützen. Geschlossene Nährstoffkreisläufe machen die Zuführung von künstlichen Düngemitteln überflüssig, vielfältige, weite Fruchtfolgen und Bodenpflege sind präventive Maßnahmen, um Schädlingsbefall und Krankheiten zu verhindern. Durch eine intensive Förderung der biologischen Vielfalt auf Äckern und Wiesen (wie zum Beispiel durch die gezielten Förderung von Nützlingen) sollen letztendlich landwirtschaftliche Ökosysteme entstehen, die sich weitgehend selbst regulieren.

Der Einsatz von Gentechnik-Mais, der über die gesamte Anbauzeitraum hinweg das nicht nur für Schadinsekten toxische Bt-Gift produziert, ist dagegen keine ganzheitliche gedachte, nachhaltige Methode. Sie folgt vielmehr der Logik der konventionellen Intensivlandwirtschaft.

Integrität
Doch ein Einsatz von gentechnisch verändertem Bt-Mais ist nicht nur undenkbar, weil er die biologische Vielfalt im Gegensatz zum Ökolandbau schädigt. Gentechnische Methoden widersprechen vielmehr grundsätzlich dem Leitbild der Natürlichkeit. Dabei spielt der Begriff der Integrität der Pflanze ein wesentliche Rolle. Der Pflanze wird gemäß dem Verständnis der biologischen Landwirtschaft ein eigener Wert zugesprochen, der ihre Natur, ihre Unversehrtheit, ihre besonderen Eigenschaften und ihr Gleichgewicht mit der (ökologisch bewirtschafteten) Umwelt würdigt.
Die Agro-Gentechnik dagegen greift durch den direkte Manipulation der Erbinformation und die Verwendung von Genmaterial aus anderen Organismengruppen (z.B. Bakterien) tief in das Wesen der Pflanze ein. Pflanzenzüchtung spielt sich hier auf der Ebene von Genen und Genfragmenten ab. Dies widerspricht den Prinzipien des Ökolandbaus, der die ganze Pflanze und ihre Reaktionen auf die Umwelt ins Zentrum der Züchtungsbemühungen stellt.

Vorsorgeprinzip
Das ganzheitliches Denken prägt darüber hinaus auch den Umgang der ökologischen Landwirtschaft zu neuen Techniken und Technologien: Von zentraler Bedeutung ist dabei eine klare Ausrichtung am Vorsorgeprinzip. Technische Neuerungen werden so bewertet, dass sie in möglichst geringem Umfang in natürliche Abläufe eingreifen. Da Gentechnik eine Risikotechnologie mit unberechenbaren Folgen für Mensch und Natur ist und bleibt, ist ihr Einsatz im Ökolandbau undenkbar.

Gentechnikontaminationen und Ökolandbau
Obwohl der Ökolandbau die Verwendung transgener Pflanzen ausschließt, ist er doch stark von der Gentechnik-Landwirtschaft betroffen. Pollenflug oder ungewollte Vermischungen bei Transporten führen immer wieder zu Gentechnik-Funden auch in Bio-Produkten. In Gebieten mit hohem Gentechnikanteil kann das zur Folge haben, dass der Anbau einzelner Pflanzenarten in Bio-Qualität gänzlich unmöglich wird. Einige Beispiele:
  • in Spaniens Genmais-Hochburgen musste der Anbau von Öko-Mais fast vollständig eingestellt werden. So in Katalonien, wo die Flächen für Bio-Mais wegen um 75 Prozent zurückgingen; auch mehrere alte Maissorten, die nur hier wuchsen, verschwanden, da sie gentechnisch verunreinigt waren;
  • schon im Jahr 2001 summierten sich in den USA die Kontaminationschäden bei Landwirten, die Bio-Mais anbauten, auf 90 Millionen US-Dollar; rund ein Zehntel der Bio-Waren in den USA enthalten heute Schätzungen zufolge Gentechnikanteile von mehr als einem Prozent; 
  • Tests im Jahr 2006 zeigten, dass japanischer Bio-Tofu in fast 60 Prozent aller Fälle gentechnikbelastet war; 
  •  durch Auskreuzungen und kontaminiertes Saatgut kam die Erzeugung von Bio-Papaya in Hawaii schon vor Jahren praktisch zum Erliegen; 
  •  der Anbau von Bio-Baumwolle in Indien könnte aufgrund des hohen Kontaminationsdrucks und häufigen Fälle von verunreinigtem Saatgut schon mittelfristig zum Scheitern verurteilt sein.
Doch nicht nur gentechnische Verunreinigungsfälle gefährden die ökonomische Zukunft des Ökolandbaus: Hersteller von Bioprodukten, Imker und Bauern kämpfen seit Jahren mit explodierenden Kosten für Routinetests, um mögliche Verunreinigungen früh zu entdecken. Denn die Kunden erwarten zurecht, dass Lebensmittel aus dem Bioladen frei von Gentechnik sind. Zwar existieren keine genauen Zahlen über Gesamtkosten für die vorsorglichen Routinetests im Bio-Handel. Schätzungen zufolge summieren sich jedoch die reinen Testkosten eines mittelständischen deutschen Lebensmittelherstellers, der seine Produkte gentechnikfrei erhalten möchte, auf mehrere hunderttausend Euro pro Jahr.

Der Aufwand für die Erhaltung gentechnikfreier Ökoprodukte macht sich jedoch für den Kunden auch bezahlt. Laut einer Untersuchung des Schweizer Forschungsinstituts für den biologischen Landbau (FIBL) gilt: „Allgemein sind Biolebensmittel weniger stark und weniger häufig verunreinigt als konventionelle.“



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