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Statement des Ökologischen Ärztebunds


Statement zur Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung zur Eröffnungsveranstaltung des Marsches gegen Gentechnik von Rapunzel, Lübeck den 25. Juli 2007


Seit Beginn des kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) 1995 in den USA entwickelte sich ein gigantischer Markt mit Produkten aus dem Gentechniklabor und offenbar auch die Vision, dass der Mensch mit dieser Technologie die Lebenswelt neu erfinden kann. Ethische Bedenken, Risikoabwägungen und Vorsorgegesichtspunkte wurden angesichts der lockenden Forschungs- und Wirtschaftspotentiale allzu leicht beiseite gelegt.

Inzwischen nimmt die Anbaufläche weltweit mit Soja, Mais, Baumwolle und Raps bereits 102 Millionen Hektar ein. Weit über 90 Prozent der bisher vermarkteten GVP haben keinen Nutzen für Menschen und Tiere. Mit Hilfe der Gentechnik wurden sie mit einer Resistenz gegen ein Totalherbizid ausgestattet und können es in sich anreichern oder/und sie produzieren nun selbst ein Toxin gegen Schadinsekten (Bt-Toxin). Den Profit davon haben die Agrochemiemultis, denn sie verdienen an dem von nun an unzertrennlichen Paar: dem Totalherbizid und dem gentechnisch darauf „zugeschnittenen“ und patentierten Saatgut. Die vier größten, weltweit agierenden Agrochemiekonzerne DuPont, Syngenta, Monsanto und Bayer bestimmen heute weitgehend Forschung, Entwicklung und Vermarktung transgener Pflanzen. Ihnen gehören mehr als die Hälfte der Patente auf transgene Pflanzen. Sie sind für 56% der Forschung und Entwicklung im Bereich der Agrogentechnik verantwortlich (1) und streben die Macht über die Saatgutmärkte der Welt an.

Der Ökologische Ärztebund lehnt die Anwendung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Landwirtschaft und Ernährung unter vorsorgenden und ethischen Gesichtspunkten ab. Der Eingriff in das Genom von Pflanzen und Tieren hat zelluläre Regulationsmechanismen zur Folge, deren Auswirkungen nicht vorhersehbar sind, da sie bisher in der Natur nicht vorkamen. Die wenigen unabhängigen Fütterungsstudien an Tieren sagen nur wenig über Langzeitauswirkungen von Gentech-Nahrung aus. Untersuchungen über gesundheitliche Auswirkungen an Menschen liegen nicht vor. Dennoch werden die Produkte zum Anbau und Verzehr angeboten. Das kommt einem gigantischen Versuch an Menschen, Tieren und Ökosystemen gleich. Der Eingriff in das Erbgut von Lebewesen zur Verfremdung und Übertragung von Genkonstrukten über Artgrenzen hinweg und ihre Freisetzung in Ökosysteme ist ein massiver Eingriff in das Gleichgewicht der Natur. Die Folgen sind nicht kalkulierbar, denn die Ausbreitung von GVO lässt sich in offenen Systemen nicht begrenzen. Die Auswirkungen auf das komplexe Zusammenspiel von Pflanzen, Insekten, Vögeln und Bodenlebewesen sind unbekannt und im Schadensfall nicht rückholbar. Unabhängige Studien gibt es zu wenige, in einigen Tierversuchen zeigen sich bereits alarmierende Ergebnisse. (Z.B. Australien:das in eine Erbse eingebrachte Bohnen-Gen erzeugte in der Erbse eine andere Wirkung als in der Bohne. Testmäuse erkrankten an Lungenentzündungen. (2) In anderen Studien zeigen Versuchstiere veränderte Organgrößen, Immunschwäche, Veränderungen der Magenschleimhaut. (3) Zulassungsbehörden verlassen sich fast ausschließlich auf Antragsunterlagen der Unternehmen.

Es gibt keine zwingende Notwendigkeit, die zukünftige Ernährung der Menschen auf einer Risikotechnologie aufzubauen. Im Gegenteil ist es angesichts zunehmender Umweltbelastungen für kranke Menschen von größter Bedeutung, möglichst biologisch erzeugte, gesunde und bewährte Lebensmittel genießen zu können, die die Heilung unterstützen. Für gesunde Menschen sind diese Lebensmittel die beste Vorbeugung gegen Erkrankungen. Eine Hälfte der Menschheit ist bedroht von den Folgen des Hungers, die andere durch Über- und Fehlernährung. Um dieses Blatt zu wenden, müssen wir weg von einer zunehmenden Industrialisierung und Verfremdung der Nahrung und Geldverschwendung für die Zukunftsmärkte der Reichen auf Kosten der Armen. Notwendig sind Verteilungsgerechtigkeit und die Rückkehr zu dem, worauf der menschliche Organismus eingerichtet ist: nicht zu viel und nicht zu wenig natürliche, möglichst frische Lebensmittel. Dafür brauchen wir keine Gentechnik aber Ehrfurcht vor dem Leben. Wir sehen unsere ärztliche Aufgabe darin, Menschen in ihrer Ernährungskompetenz zu unterstützen und zu beraten, damit sie selbst aktiv ihre Gesundheit erhalten und zur Genesung beitragen können. Gentechnik ist dazu nicht erforderlich. Das Risikopotential erscheint aus unserer Sicht unverantwortlich hoch. Darum beteiligen wir uns an der öffentlichen Aufklärung und fördern die biologische Landwirtschaft. In diesem Sinne unterstützen wir gerne das Engagement von Joseph Wilhelm und Rapunzel zur friedlichen, lebensfrohen gemeinsamen Aktion zur Erhaltung unserer Lebenswelt ohne gentechnische Eingriffe.

Angela von Beesten, Vorsitzende des Ökologischen Ärztebundes
Auf der Worth 34, 27389 Vahlde, Tel. 04267-1770

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(1) VOGEL B., POTTHOFF C.: „Verschobene Marktreife“, Materialien der zweiten und dritten Generation transgener Pflanzen, Gen-ethisches Netzwerk (2003)
(2) PRESCOTT V. E. et al: Transgenic Expression of Bean a-Amylase Inhibitor in Peas Results in Altered Structure and Immunogenicity. Journal of Agricultural and Food Chemistry, Volume 53, Issue 23 (November 16, 2005) pages 9023 – 9030.
(3) PUSZTAI A. (2001): Scarcitiy of safety tests. BioScience Produktions, Juni 2001. http://www.actionbioscience.org/biotech/pusztai.html



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