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Mittwoch, 24. Juni 2009 - 6. Laufetappe  
Von Wittenberg nach Reinharz





Einen wunderschönen guten Abend,

es ist wirklich ein sehr angenehmer Frühsommerabend an einem ganz besonderen Ort. Wir stehen am Wasserschloss Reinharz: Ein mächtiges Gemäuer mit auffälligen Turm, umgeben von einem fast schon seeartigen Schlossgraben sowie einem weitläufigen Park mit herrlichem, altem Baumbestand. (Näheres unter www.schloss-reinharz.de)

Nach unserem ersten Pausentag starteten wir heute Morgen direkt an der Schlosskirche in Wittenberg mit 38 Teilnehmern. Der Herr vom Tourismusamt hat mir netterweise noch ein Paar Luthersocken sowie die 95 Thesen von Luther mit auf den Weg gegeben. Anschließend leitete uns Reinhard Lausch (genannt „Lauschi“, angeblich der „grünste“ Mensch in Wittenberg) aus der Stadt Wittenberg heraus, die wir gestern durch eine Stadtführung noch näher kennenlernen durften. Über die neue Elbbrücke ging es hinein ins Land. Der Blick zurück auf die Silhouette der historischen Altstadt hat schon was! Vorbei an unserem Campingplatz, der bis zur Wende Standort russischer Schwimmpanzer war (insgesamt waren wohl 15.000 Russen um Wittenberg stationiert). Gut dass das alles vorbei ist. Schon eine seltsame Vorstellung, dass unser geteiltes Land auf der einen Seite Hunderttausende Russen, auf der anderen Hunderttausende Amerikaner über Jahrzehnte in Kampfbereitschaft finanziert hat. Hoffentlich gibt es sowas nie mehr.

Über Pratau ging es zügig zum Mittagsziel am Bergwitzer See, den einige Wanderer für ein Erfrischungsbad nutzten (Betonung auf Erfrischung!). Denn auch hier sind die Nächte ungemütlich kalt und die Tage wechselhaft bewölkt. Aber wie ich auf die vielgestellte Frage nach dem Wetter gerne antworte: „Über die Dinge, die wir nicht ändern können, lohnt es sich nicht, nachzudenken - das ist Energieverschwendung.“ Außerdem laufen wir sowieso, egal bei welchem Wetter - wir nehmen es wie es kommt. Diese Weisheit sollten wir im Leben auch etwas mehr beherzigen.

Durch eine etwas diffuse und abwechslungsreiche Landschaft mit morbiden Ortschaften, die offensichtlich an starkem Bevölkerungsschwund leiden (macht einen schon nachdenklich), geht es mit flottem Schritt auf das Tagesziel zu. In der Schweigestunde, dem täglichen meditativen Gehen beschleunigt sich stets das Tempo. Eigentlich ist diese von vielen Mitwanderern hoch geschätzte Stunde dazu da, sich mit dem Thema des Marsches oder auch mit den eigenen Themen, die mensch so im Gepäck hat, zu konfrontieren. Oder sich den Luxus des Nicht-Denkens zu gönnen, was ja trotz scheinbarer In-Effizienz erstaunlich kreativ im Ergebnis sein kann, wenn es absichtslos „begangen“ wird.

Heute und überhaupt diese Tage geht es ja vor allem ums Laufen. Kaum jemand und etwas beeinträchtigt uns dabei. Das falsche Gerücht, dass dieser brandenburgische-sachsen-anhaltische Outback landschaftlich langweilig sei, hält vielleicht manche davon ab, sich hier mit auf den Weg zu machen. Aber jede Gegend hat ihren Charme und ihren Reiz, mensch muss sich nur darauf einlassen.
Als wir am Wasserschloss Reinharz ankommen, begrüßt uns Roland Einsiedel, der Vorsitzende der Sächsischen Interessengemeinschaft Ökolandbau e.V. und kündigt für morgen mittags ein Bioessen in Bad Düben mit Veranstaltung an. Zelte werden aufgestellt, das Schlosscafe für die Gruppe aufgeschlossen und der Tag ist rund. Der Abend kann kommen!

Schloss Reinharz, 24.6.
Joseph Wilhelm




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