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Donnerstag, 25. Juni 2009 - 7. Laufetappe  
Von Reinharz nach Schönwölkau





Guten Abend,

heute ist der 8. Tag, seit wir in Berlin gestartet sind. Jeder Tag ist unvergleichlich, entfaltet sich auf seine ganz eigene Art und Weise, hat seine eigene Befindlichkeit. Und diese war heute Morgen zumindest für mich schon ausgezeichnet nach einer richtig ruhigen Nacht am Wasserschloss Reinharz. Meiner Wahrnehmung nach war das für die meisten aus der Gruppe so ähnlich. Karen Alf aus München hatte dann im Ort überraschenderweise noch ein Hotel entdeckt, welches dann auf Vorbestellung ein phantastisches Frühstück bereitet hat. Kurz vor dem Aufbruch, als es gerade zu regnen begann, kam Pfarrer Krause zu uns und lud uns in seine Kirche, direkt am Startplatz gelegen, ein. Mit einer enormen Frische und Freude hat er uns Wesentliches über die Menschen, den Ort, die Problematik des „Aussterbens“ und seiner Seelsorge vermittelt. Authentisch! Und dann noch ein Wandersegen, den fast alle gerne angenommen haben, da er von Herzen und von keiner Amtskirche kam. Weiter so, Herr Pfarrer!

Frohgemut ging es kurz nach Reinharz in den Wald - und durch diesen dann gute drei Stunden. Beindruckend groß und schön, Heidelbeeren am Wegesrand in Hülle und Fülle. Irgendwann kamen wir dann am „Unbedeutendsten Ort der Erde“ vorbei. Dieser ist sogar auf der Wanderkarte eingezeichnet. Keine bedeutenden Menschen sind je dort vorbeigekommen, nichts Bedeutendes ist jemals dort passiert. Es ist die Bedeutung des Augenblicks, auf die ein schlichtes Holzschild hinweist.

Plötzlich tat sich der Wald auf und Bad Düben kam in Sicht. Dort wurden wir von Herrn Einsiedel von der SIGÖL in Empfang genommen. Für wenig Geld hat er in einem Restaurant ein schönes Biomittagessen organisiert. Die warme Stube war an diesem feuchten Vormittag den allermeisten willkommen (bis auf eine Beschwerde, dass ich am Morgen nicht darauf hingewiesen hätte, dass das Essen kein Sponsoring, sondern zu bezahlen sei).

Die günstigen Ost-Preise möchte ich an der Stelle doch mal erwähnen. Aber auch auf diesem Marsch lerne ich wieder, dass es Menschen gibt, deren erster Sport es ist, für die Dienstleistung und Arbeit anderer möglichst wenig bezahlen zu wollen. Wie kann ich mit dieser Grundeinstellung erwarten, dass andere dann meine Arbeit mehr wertschätzen sollen? So schaffe ich mir die Rechtfertigung, arm zu bleiben. Es liegt an mir, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Geld ist aus meiner Sicht das Äquivalent für Energie, und wenn ich damit geizig bin, wird das Leben auch mit mir geizig bleiben.
Roland Einsiedel hat uns dann mit sanftem Druck zum Marktplatz von Bad Düben geleitet. Welcher Empfang wurde uns dort zuteil!

Die Frau Bürgermeisterin Astrid Münster begrüßte uns, Hans-Udo Weiland Landesvorsitzender des BUND Sachsen und Herr Einsiedel beleuchteten kompetent das Thema Agrogentechnik.
Die große Menschenmenge war schon bewegend in dieser ansonsten ausgestorbenen Stadt. Ich für meinen Teil werde Bad Düben auf meiner Liste der positiven Überraschungen führen. Life is a surprise!
Bleibt zu vermerken, dass wir ab Bad Düben Verstärkung bekommen haben von der GÄA – Truppe aus Dresden, dem(!) Anbauverband aus den östlichen Bundesländern. Michael Weichert vom Bündnis 90/die Grünen kam auch dazu. So verstärkt und beflügelt ging es dann im Eilschritt dem Tagesziel entgegen: Schönwölkau.

Dort haben wir neben dem Schloss (verwunschen und verwildert, für 1,-€ zu kaufen) und dem Sportheim Quartier bezogen. Erst hier stellte sich heraus - Herr Brondtke sehe es mir nach - dass seine Frau verschollen war und bis nach dem Abendessen trotz intensivster Suchbemühungen nicht auffindbar war (hoffentlich endet das gut).

Plötzlich kamen dann noch einige Mitglieder vom Musikverein, die in den Räumlichkeiten des Sportheims üben wollten. Zur Überraschung hatten sich dort schon einige Mitwanderer/Innen für die Nacht einquartiert. Unverrichteter Dinge zogen sie von dannen, sorry.

So verabschiede ich mich für heute, Morgen steht ein intensiver Tag nach und in Leipzig an, bin gespannt drauf. Außerdem war ich noch nie in Leipzig. Daraufhin sind noch einige Vorbereitungen zu treffen.

Schönwölkau, 25.6.09 - 21.45 Uhr,
Joseph Wilhelm




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