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Dienstag, 30. Juni 2009 - 12. Laufetappe  
Von Eberstedt nach Weimar





Lebenszeichen

Entspannt kann ich heute am Pausentag nach unserem 12. Tourtag meinen Bericht verfassen. Wenngleich so ein Tag fast noch schneller vergeht als ein „normaler“ Wandertag auf unserer Tour. Vor allem für mich, wenn ich noch zwei Einladungen zu Radiointerviews habe: Ein Liveinterview heute vormittags und heute Abend eine Einladung ins Studio für eine eineinhalbstündige Aufzeichnung für das Regionalradio „Lotte“. Für die Verbreitung unseres Anliegens einer gentechnikfreien und menschenwürdigen Zukunft wind wir angewiesen auf die Medien und freuen uns über deren Interesse und offene Haltung gegenüber unserem Thema.

Der Empfang in Weimar war insgesamt sehr erfreulich. Wir liefen von der Mühle in Eberstedt über Oßmannstedt bis Weimar - eine historische Route. Mit dieser Route haben wir uns den 300 Kilometern angenähert. Die Leute vom Rosmarin, dem Bioladen der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft, haben uns am Stadtrand in Tiefurt abgeholt. Die freundlichen Polizisten haben zwar kurz vorbeigeschaut, aber wir müssen wohl so freundlich-friedlich auf sie gewirkt haben, dass sie entgegen der Ankündigung doch nicht mitgelaufen sind. Stattdessen hat uns eine Trommlergruppe begleitet, was dem Einmarsch gleich noch mehr Furore verliehen hat. Es hat sich auch wirklich gelohnt: Weimar war die erste Stadt im Osten, bei der wir das Gefühl hatten, dass da etwas passiert und Leben los ist. Die häufig wie ausgestorben wirkenden Innenstädte wirken auf mich schon leicht bedrückend, so als ob etwas nicht stimmen würde (Was ja wahrscheinlich auch so ist). Die vorige verordneten Ordnung scheint in Unordnung geraten.

Solche Übergangszustände sind zwar für die betroffenen Menschen leidvoll, stellen aber auch eine Chance dar. Wenn diese eigenverantwortlich wahrgenommen und genutzt wird, kann sie einen neuen kreativen Zustand hervorbringen. Das Chaos, das dazwischen liegt, mag durchaus bedrohlich erscheinen. Doch die Angst davor ist unbegründet, denn das Chaos ist der stabilste Zustand überhaupt. Das gesamte Universum ist auf den ersten Blick chaotisch, aber als Ganzes doch extrem stabil. Ich wünsche auf jeden Fall den Menschen im Osten, dass sie es schaffen, den alten Zustand, der ja auch nicht haltbar war (sonst hätte er sich nicht verändert) eigenverantwortlich in einen für alle lebenswerteren zu überführen.

Weimar hat uns auf jeden Fall freundlich und offen begrüßt (wie überall bis auf Ausnahmen, die es auch überall gibt) und es war viel Jugend auf den Straßen und Plätzen. Die Gedenkstätte Buchenwald, Bauhaus, Schiller und Goethe und viele andere Sehens- und Erlebenswürdigkeiten aus verschiedenen Epochen locken viele Touristen in die Stadt. Unser Ziel war denn auch am Theaterplatz gleich neben dem Denkmal der beiden Herren. Dort gab es einen sehr netten Kontakt mit einer Gruppe von Jugendlichen, die auf Klassenfahrt waren. Wie versprochen, hier die Erwähnung im Bericht. Die Klasse war vom Wolfgang-Ernst-Gymnasium aus Büdingen. Danke, dass ihr unser Thema nach der anfänglichen Skepsis dann doch noch ernst nehmen konntet!
Abends gab es dann im Jugendkulturzentrum Mon Ami eine von sehr interessierte Gästen gut besuchte Veranstaltung, so dass sich die weite Anreise der beiden Referenten Michael Grolm und Andreas Bauer gelohnt hat.

Nach Tagen mit Pasta und Bananen war mir danach die Abwechslung in der gleich daneben liegenden historischen Gaststätte „anno 1900“ willkommen. Echt empfehlenswert, Essen und Service.
Das Schöne an unserer Route von Berlin nach Brüssel ist auch die an solchen Orten wie Weimar mögliche Kombination unseres Themas mit dem Erleben historischer Sehenswürdigkeiten. Und davon gibt es dieses Mal wirklich viele entlang der Strecke.
Inzwischen ist es Sommer im Land geworden, alles steht üppig auf den Feldern und die Kirschen wachsen uns schon fast in den Mund. Da braucht niemand ein schlechtes Gewissen haben, denn teilen müssen wir uns diese wohl nur mit den Vögeln des Himmels.
Mir wird nun ein nachmittägliches Nickerchen gut tun, denn als mich der Vogel auf der Dachluke meines Wohnwagens mit seinem Morgengesang geweckt hat, war es gerade mal 4.30 Uhr.

Weimar, 1. Juli 09
Joseph Wilhelm




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