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Freitag, 10. Juli 2009 - 20. Laufetappe
Von Speckswinkel nach Amöneburg





On the road again

Nach dem gestrigen Pausentag in Speckswinkel machten wir uns heute Morgen ausgeruht und wohlgemut auf die kurze Tagesetappe Richtung Amöneburg. Einen großen und herzlichen Dank nochmals an Matsch & Brei für die liebevolle Betreuung und Großzügigkeit während unseres Aufenthalts. Auch wenn manche der Langstreckenläufer meinten, wir hätten den Pausentag gar nicht benötigt, so glaube ich doch, dass 18 Tage am Stück eine unnötige Überforderung wären. Läuferisch gesehen hätte ich wohl kein Problem damit, doch brauche ich ja immer noch Zeit und Energie für all die Veranstaltungen entlang der Strecke - und wir möchten ja möglichst viele mit ans Ziel bringen.
Erstaunlich, wer dann doch zum Start an so abgelegene Orte findet, für „Locals“ wie Rainer Nau von Bündnis 90/Die Grünen (Kreistag) und einen CSU-Mann desselben Gremiums kein Problem.
Gleich nach dem Start setzte Regen ein, so dass die vorverlegte Vormittagspause im San Remo Eiscafe im Zentrum von Stadtallendorf auf großen Zuspruch traf.

Und dies nicht nur bei unserer „Capuccino-Fraktion“. Danke Holger für die Kugel Reis-Eis! Lästerer meinten, Stadtallendorf sei die hässlichste Stadt Deutschlands. Ich meine, um diesen Titel gibt es noch einige Mitbewerber. Größter Arbeitgeber in der unorganisch vom Dorf zur Stadt mutierten Ansiedlung ist Ferrero. Einer (der 6000) türkischen Mitbürger und Mitarbeiter bei Ferrero hat uns gestern Abend bei Saunabesuch noch über das Sortiment, welches an diesem Standort von rund 4000 Mitarbeitern hergestellt wird, aufgeklärt. Daneben gibt es noch einen bekanten Türgriffhersteller und einen Automobilzulieferer, bei dem schon 1000 Arbeitsplätze abgebaut wurden. Das sind die Unterschiede: Süßes wird wahrscheinlich in Krisenzeiten noch mehr gemampft als sonst, Autos gibt es wohl doch schon genug und werden außerdem auf der ganzen Welt gebaut. Mein Vorschlag an dieser Stelle ist, dass sich Deutschland als Land der genialen Tüftler bald auf andere Spezialitäten als altmodische Verbrennungsmotor-Fortbewegungsmittel verlegen sollte. Hier sind dann wohl mehr die Soziologen usw. gefragt. Es ist an der Zeit, dass so menschenfeindliche Messlatten für Wohlergehen einer Volkswirtschaft wie das Bruttosozialprodukt abgelöst werden, wonach z.B. ein Autounfall den Wohlstand steigert, obwohl anerkanntermaßen Sach- und Menschenschaden dabei entsteht. Wo wird eigentlich gelehrt, wie wir Menschen besser miteinander mit weniger Energie- und Materialverbrauch und mehr Freude und Liebe leben können? Dieses Thema auszuführen, würde den Rahmen dieses Tagesberichtes sprengen, aber Sie können ja selbst daran weiterdenken- und meditieren.

Wir waren auf jeden Fall recht bald an unserem Mittagsziel in Kirchhain angelangt, wo uns Bürgermeister Kirchner in das alt-ehrwürdige Rathaus einlud und begrüßte. Ob der Andrang der Bürgermeister der letzten Tage mit Osthessen oder dem Wahljahr zu tun hat, bleibt mir verborgen und ist mir auch egal. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit finde ich dieses Commitment zur Gentechnikfreiheit sehr erfreulich und es wird wirken, so oder so. Die Stadt Kirchhain hat auf jeden Fall bereits all ihre in die hunderte gehenden Pachtverträge für städtische Flächen derart umgestellt, dass nur noch eine Bewirtschaftung ohne gentechnisch verändertes Saatgut möglich ist. Bravo, Herr Bürgermeister. Da in Kirchhain das hessische Bieneninstitut zuhause ist, gab uns Dr. Büchler als Fachgebietsleiter einige wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Bienen, Ernährung und der Agro-Gentechnik mit auf den Weg.

Auf dem Weg aus der Stadt hinaus erhielten wir von Ihm noch einige wissenswerte Informationen. Die geographische, geologische und geschichtliche Wissensvermittlung übernahm dann Reinhard Forst. Äußerst fachkundig geleitete er uns über das exponiert auf einem Basaltberg inmitten des Ohmtals gelegenen Städtchens Amöneburg zum unserem Tagesziel „Brücker Mühle“.
Welcher Empfang an diesem historischen Ort! Sabine Walter und Thomas Kleinschmidt bewirtschaften Mühle, Mühlenladen und Mühlengastronomie.

Das üppige Kuchenbüfett erster Bio-Güte wurde umgehend geplündert, als hätten wir einen Hungermarsch hinter uns. Danach gab es noch eine Mühlenführung, Live-Musik und Abendessen geben - und das alles umsonst! Übergalaktische Himmelsgeschenke für manchmal verzagte und besorgte Wanderer. Sorglosigkeit ist angesagt.

Außerdem ist heute Bergfest, das heißt, wir haben mit über 500 Kilometern mehr als die Hälfte der gesamten Strecke von Berlin bis Brüssel zurückgelegt. Hurra!
So, Schluss jetzt mit den vielen Worten, vorne in der Mühle wartet schon wieder ein Bürgermeister zur Begrüßung. Auf einen schönen Abend.
Joseph Wilhelm




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