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Freitag, 17. Juli 2009 - 27. Laufetappe
Von Süchterscheid nach Hoholz





Das Leben ist (k)ein Spaziergang

Kurz vor dem Aufstehen fängt es an zu regnen. Als ich um halb sechs kurz auf die Wiese gehe, bietet sich mir ein phantastisches Naturspektakel am östlichen Morgenhimmel: Sonnenaufgang mit Morgenrot und Wolkendrama. Dann um ½ 9 am Bioladen: Schade dass wir diesen außergewöhnlich gastfreundlichen Platz schon wieder verlassen müssen. Die Feinstofflichkeit und Achtsamkeit hier am Platz ist gut wahrzunehmen. Solche „Lebens-Inseln“ bräuchte unser Land mehr.

Unter Schirmen die Startansage und los geht´s auf die überschaubare Tagesetappe von rund 25 km. Erst der Regen, dann dämpfig der Morgen, als wir wieder ins Siegtal hinuntersteigen. Am Fluss entlang fühle ich mich wie im Regenwald. Schlingpflanzen im Unterholz erinnern mich an Pfeffer und Vanille.
Eine frühe Mittagsrast im nichtssagenden Hennef, Armin organisiert freundlicherweise eine Unterschriften-Sammelaktion am Bulli. Macht schon was her, unsere Truppe. Wir sind ein echter Hingucker, die Vielfalt ist nicht nur äußerlich. Manchmal fällt es mir schwer, die Bandbreite der Charaktere in ihrer Individualität auszuhalten. Laufen kann auch sensibilisieren.

Da passt es gut, gleich nach der Stadtgrenze die Schweigestunde anzusetzen. Atmen, reflektieren. Das Laufen geht leicht, ein Spaziergang. Ist das Leben ein Spaziergang? Diese Lebenshaltung wurde uns nicht vermittelt. Nicht von den Eltern, nicht von allen uns begleitenden Institutionen. Über Menschen, die sich eine solche Lebenseinstellung erarbeitet haben, wird ja leicht gesagt: „der /die macht es sich leicht“. Als ob es verwerflich sei, eine Grundeinstellung zum Leben zu entwickeln, die eine gewisse Leichtigkeit beinhaltet. Leichtigkeit nicht auf der Basis von Verdrängen, sondern auf Eigenverantwortung aufbauend.

Die Schweigestunde endet für mich, als wir uns aus dem Wald kommend einer weiteren „Lebensader“ der Republik nähern, der A 3. Aber über Autobahnen will ich mich nicht weiter auslassen. Direkt daneben verläuft die ICE-Strecke Köln-FFM. Es bleibt überraschend ländlich, als wir uns Bonn nähern. Unser Ziel, der Reiterhof Heiderhof liegt schon auf Bonner Stadtgebiet, Bonn-Beuel. Wieder Abschiede, morgen werden neue Mitwanderer dazukommen, um uns für den Einmarsch nach Bonn zu verstärken. Unsere Außendienstlerin für dieses Gebiet, Henrike, bringt schon diverse gesponsorte Lebensmittel fürs Abendessen: von Momo, vom Leyenhof, von Elke. Wieder mal wird niemand Hunger leiden.

Ich spüre es kaum, dass heute bereits der 8. Lauftag am Stück war, fast schade, dass es morgen nur noch ein Spaziergang nach Bonn hinein ist. Das Gute daran ist, dass dann mehr Energie für die Medien bleibt, die sich für´s Wochenende angekündigt haben. Und für die Rheinüberquerung. Erstaunlich, wie schnell wir von der Spree an den Rhein gelangt sind.

Bonn-Hoholz, 17.7.09
Joseph Wilhelm




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