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Freitag, 24. Juli 2009 - 33. Laufetappe
Von Gulpen nach Maastricht





Mensch muss sich selbst bewegen, um etwas zu bewegen

Oder: „You have to move yourself to move something”. So hat Hermann van Bekkem von Greenpeace NL meine Aussage auf Englisch zusammengefasst.

Durch unsere Eigen-Bewegung haben wir auch gestern einen bewegten Tag erlebt. Intensiv und abwechslungsreich von der ersten bis zur letzten Minute. Heute ist unser letzter Pausentag vor dem Ziel in Brüssel auf dem Camping „Moi Bemelen“, einige Kilometer außerhalb von Maastricht. Deshalb genieße ich den Luxus, heute ausgeruht über den gestrigen Tag zu berichten (um ehrlich zu sein, ist es damit nicht soweit her).

Gestern Morgen ging es wie immer um 8.30 Uhr in Gulpen los. Erfreulich dass sich auch einige Verstärkung von niederländischer Seite eingefunden hat. Dann mitten in meiner Startansage geht ein gewaltiger Wolkenbruch nieder, wie auf der ganzen Tour nicht erlebt. (Vor Aachen war das üble ja der Hagel). Meine Worte sind nicht mehr zu verstehen. Genau da kommt mein Aachener Freund Harald dazu. Nach mehreren Unterbrechungen gebe ich auf und wir laufen los. Er kann nur noch sagen, dass er abends nach Maastricht kommen möchte. Von Gulpen aus marschieren wir durch eine lange tunnelartige Allee, in der es durch den Wolkenbruch und das dichte Blätterdach noch dämmerig, beinahe dunkel ist. Fast schon mystisch, dieses Erlebnis. Kurz nach der Allee kommen wir am einzigen und dazu noch biologischen Hopfenfeld der Niederlande vorbei, es wird von der Gulpener Brauerei bewirtschaftet. Die angekündigte Erklärung der Brauerei-Agronomin fällt buchstäblich ins Wasser, sie hat sich wohl nicht aus dem Büro getraut.

Durch die „niederländischen“ Alpen, wie man diesen Teil Limburgs wohl auch nennt, geht es zügig in einem langen Gänsemarsch weiter, der Regen lässt bald nach und wir laufen uns trocken. Eine gute Zeit für eine vormittägliche Schweigestunde. Bald kommen wir im warmen Sonnenschein auf einem Dorfplatz an und das Cafe wird gestürmt. Hier kann ich in Ruhe meine Ansage zu Ende bringen und wir bedanken uns dafür, dass das weniger Angenehme und das Angenehme immer so nahe beieinander liegen.

Auf dem Weiterweg nach Maastricht kommen wir zuerst an echten Felsen mit Höhlen und dann an unserem Campingplatz vorbei, einer von mindestens sechs, die ich in zwei Tagen wahrgenommen habe. Die Niederländer sind wirklich ein Camper-Volk, wie wir es ja auch häufig auf unseren Autobahnen beobachten können. Dass sie nicht immer so beliebt sind liegt daran, dass die Wohnwagen häufig mit viel mitgeführtem Essen überladen sind, die Langsamkeit den Verkehrsfluss bremst und dass sie als Urlauber selten einkehren, weil sie alles selbst dabei haben. Wir checken hier schon mal ein und halten Mittagsrast, bevor wir nach Maastricht weiterlaufen. Schöne Aussichten über Limburg mit abwechslungsreichen Kulturen erleichtern das Laufen, bevor uns die Stadt empfängt. Auf dem Weg in die Stadt gibt es ein Radiointerview im Laufen auf Niederländisch. Bin ich froh, dass ich dieser freundlichen und lustig klingenden Sprache mächtig bin.

Dann kommen wir schon an der Maas an, übernehmen die Transparente und formieren uns zum Einmarsch ins Zentrum. Dabei überschreiten wir den mächtigen Fluss, der aus Nordfrankreich kommt. Welch ein Leben und Treiben, das macht Spaß und die Resonanz der Menschen ist freundlich und offen, obwohl die Agrogentechnik in den Niederlanden kein großes Thema zu sein scheint.
Das bekommen wir auch abends bei unserer Veranstaltung die mit Hilfe von Tradin, einem Amsterdamer Biorohstoff-Unternehmen, Greenpeace und VELT möglich wurde. Aber mit wohl den rund 25 „local people“ bin ich durchaus zufrieden, der große Rest sind Kurz- und Langzeitwanderer. Die Räumlichkeit im „La Bonbonniere“ ist altehrwürdig und stilvoll, die Achtsamkeit der Zuhörer groß, die Beiträge spannend. „Bedankt“ Peter Jens von Biologica, „bedankt“ Herman van Bekkem und „bedankt“ Peter Visser von der VELT und Arjon von Trading. „Bedankt“ ist das niederländische Wort für danke.
Meine Aachener Freunde Alice und Harald sind auch da. Wir beschließen spontan, noch was essen zu gehen, da ich den ganzen Tag noch nichts Richtiges gegessen habe. Unsere Wiedersehensfreude ist groß. Sie sind inzwischen verheiratet und überhaupt ist viel passiert. Wir prosten uns immer auf „Genfrei Gehen„ zu, am Ende macht das halbe Lokal mit und wir verteilen Flyer. Da ist es kein Wunder, dass es spät wird. Um 3.00 Morgen verabschieden wir uns nach ausgiebigem Lachen am Campingplatz voneinander.

Welch ein Glück, dass heute Pausentag ist!

Maastricht, 25.7.09
Joseph Wilhelm




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