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Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Agro-Gentechnik sind vielfältig. Sie betreffen sowohl Änderungen von Eigentumsverhältnissen und Verfügungsrechten über Pflanzen und Pflanzenzüchtung (zum Beispiel durch Patente) als auch die Effekte der verstärkten Monopolisierungstendenzen in der gesamten Lebensmittelkette. Die finanziellen Folgen des Anbaus für die gentechnikfreie Landwirtschaft und die von den Konzernen versprochenen höheren Erträge und Gewinne für Gentechnikanbauer sind ebenfalls wichtige Aspekte, wenn man die wirtschaftlichen Auswirkungen der Agro-Gentechnik erfassen will.

Koexistenz und Kosten für gentechnikfreie Landwirtschaft
Das Nebeneinander von Gentechnikanbau und Landwirtschaft ohne Gentechnik führt zu massiven wirtschaftlichen Belastungen in der gentechnikfreien Lebensmittelkette. Beispiel Imkerei: Da jedes Bienenvolk Pollen Pollen von einer Fläche sammelt, die mindestens der der Stadt München entspricht (rund 30 km²), sind Tests auf Gentechnikfreiheit für Bienenhalter, die ihre Bienen auch nur in der Nähe von Gentechnik-Anbaugebieten halten, zur Pflicht geworden. Die immensen Testkosten drohen viele Imker in den Ruin zu treiben.

Betrachtet man die komplette Lebensmittelkette, summieren sich diese Kosten: Allein für die Erhaltung von gentechnikfreien Soja- und Maisprodukten fallen in Europa und Japan rund 100 Millionen Euro jährlich an. Und diese Summe enthält noch nicht einmal die wirtschaftlichen Aufwendungen der regionalen Erzeuger, Verarbeiter und Händler. Leicht summieren sich schon heute die Kosten eines mittelständischen deutschen Lebensmittelproduzenten, der Gentechnik vermeiden will, auf einige hunderttausend Euro jährlich.

Die Zeche zahlt letztlich auch der Kunde, da die Unternehmen die finanziellen Belastungen schließlich weitergeben müssen. Forscher der Technischen Universität München veröffentlichten im Jahr 2009 unvollständige Berechnungen, nach denen sich z.B. durch die Einführung von Gentechnik-Raps in Deutschland gentechnikfreie Rapsprodukte um bis zu 13 Prozent verteuern könnten. Laut einer EU-Untersuchung könnten die Kosten für die Erzeugung von ökologischem Raps-Saatgut noch weit dramatischer steigen, nämlich um bis zu 40 Prozent. Allein durch diese immensen Kosten besteht die Gefahr, dass die Agro-Gentechnik andere Formen der Landwirtschaft verdrängt.

Volkswirtschaftliche Kosten
Neben den Kosten für die Erhaltung der gentechnikfreien Lebensmittelkette verursacht die Agro-Gentechnik auch gesamtwirtschaftlich bedeutende Schäden: Die Kosten für große und weltumspannende Kontaminationsskandale belaufen sich mittlerweile auf viele Milliarden US-Dollar:
  • LL601-Reis (Bayer): eine nicht zugelassene Linie von herbizidresistentem Reis fand sich in großen Teilen des US-Reissaatgutes: bisherige Kosten rund 1,5 Milliarden US-Dollar;
  • Starlink-Mais: die nur als Futtermittel zugelassene Maislinie tauchte sowohl in Lebensmitteln als auch in Maissaatgut auf: geschätzte Kosten rund 1,5 Milliarden US-Dollar; 
  •  Bt10: eine ebenfalls nicht zugelassene Genmais-Linie tauchte in US-Maissaatgut auf und brachte die Exporte von US-Mais in viele Regionen der Erde zum Erliegen.
Erträge und Gewinne
Stehen diesen Kosten höhere Gewinne und Erträge auf den Gentechnikfeldern gegenüber? Die Antwort des Weltagrarberichtes, der von 400 Wissenschaftlern aus aller Welt im Auftrag von Weltbank und Vereinten Nationen verfasst wurde, auf dies Frage lautet: Nein. Demnach kommt es bei den bisherig angebauten transgenen Pflanzen im Durchschnitt nicht zu einer Steigerung der Erträge. Während es in einigen Regionen Mehrerträge gab, wurde in anderen Gebieten weniger geerntet als bei herkömmlichen Pflanzen. Auch die US-Wissenschaftlervereinigung Union of Concerned Scientists, die den Anbau von Gentechnik-Soja und -Mais in den USA unter die Lupe genommen hatte, kommt zu dem Ergebnis, dass bei den derzeitigen Gentechnik-Pflanzen so gut wie keine Auswirkungen auf die Höhe der Erträge feststellbar sind. Gentechnik-Mais brachte nach seriösen Untersuchungen auch in Deutschland keinen Mehrgewinn für die Anbauer.

Patente und Kontrolle
Die vier größten Saatgutkonzerne der Welt beherrschen schon heute die Hälfte des gesamten Saatguthandels der Welt, Branchenprimus Monsanto allein fast ein Viertel. Mit dieser Marktmacht im Rücken kaufen die großen Unternehmen kleinere Konkurrenten vielfach auf. Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt steigt dadurch stetig. „Dadurch hängt weltweit ein großer Teil der Versorgung mit Lebensmitteln von einigen wenigen Unternehmen ab“ schreiben Forscher der niederländischen Universität Wageningen. In etwas mehr als zehn Jahren wurden zum Beispiel allein in den USA über 200 Saatgutfirmen von den Agrarkonzernen geschluckt. Die gentechnikfreien Sorten der kleineren Züchter werden dann einfach vom Markt genommen. Bei einem US-Unternehmen, dass bis zum Kauf durch Monsanto im Jahr 2006 noch 33 konventionelle Sorten im Programm geführt hatte, waren es zwei Jahre später nur noch drei.

In einigen Bundesstaaten des US-Maisgürtels haben Monsanto&Co auf diese Weise gentechnikfreies Mais-Saatgut gänzlich zum Verschwinden gebracht. Die Konzerne können die Preise nun weitgehend ungehindert diktieren. In den letzten Jahren kam es folgerichtig zu einer Explosion bei den Preisen für Gentechnik-Saatgut. So war beispielsweise bei Baumwoll-Saatgut in den USA zwischen 1975 und 1996 lediglich eine Verdopplung des Preises feststellbar. Seit der Einführung von Gentechnik-Baumwolle stieg der Preis von 73 auf mittlerweile 589 US-$.

Gestärkt wird die Herrschaft der Konzerne über die Lebensgrundlage Saatgut durch das Patentrecht. Dieses gestattet die Patentierung von Gentechnik-Saatgut. Patente erlauben den Konzernen Kontrolle über die Forschung, über die Landwirte und über die Züchtung. Sie können zum Beispiel, im Unterschied zu herkömmlichen Züchtungsmethoden, entscheiden, welche Unternehmen mit welchen Zielen und zu welchem Preis mit patentierten Methoden und Linien Züchtung betreiben dürfen. In Ländern wie den USA erlaubt das patentierte Gentechnik-Saatgut den Konzernen zudem eine weitreichende Kontrolle der Landwirte. So enthalten die berüchtigten „Technologieverträge“ von Monsanto unter anderem folgende Bestimmungen:
  • ein Verbot des Nachbaus eines Teils der Ernte, 
  • Zahlung einer „Technologiegebühr“, 
  • Offenlegungspflicht für Dokumente, 
  • automatische Zustimmung zu Betriebskontrollen und Probennahmen, 
  • ausschließliche Nutzung von Monsantos Totalherbizid Roundup
Vielfach kommt es zu, ebenfalls durch das Patentrecht legitimierten, Verfolgungen von so genanntem „illegalem Nachbau“ der Gentechnik-Pflanzen. Bis zum Jahr 2006 hat zum Beispiel Monsanto mehr als 4000 US-Bauern gerichtlich verfolgt. Rund 100 Fälle landeten vor Gerichten, bei allen anderen wurden außergerichtliche Einigungen erzielt. Für Monsanto erweisen sich Gentechnik-Pflanzen schon aus diesem Grund als gute Einkommensquelle: Das Unternehmen erzielte durch die Verfolgung von Landwirten innerhalb weniger Jahre Umsätze von 80 bis 160 Millionen US-Dollar.



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